Clown und die Zeit – Spurensuche

Als das Leben begann, war da ein Lachen oder ein Weinen?“

Clowns schauen auf Zeiten und stellen sich allen Aufgaben, voller Freude, zu Tränen gerührt, mit einem lachenden und weinenden Auge.

Als Künstlerin wie Lehrende im Bereich Schauspiel und Clown leiten und nähren mich seit Jahren zwei Bücher: „Adam Hundesohn“ von Yoram Kanjuk: Die Geschichte eines Clowns, der als Hund/Clown am Schreibtisch eines SS Offiziers das Konzentrationslager überlebte und „Roman eines Schicksalslosen“von Imre Kertez.

Wie die Tränen die Traurigkeit erschaffen, erschafft das Lachen das Glück. Wie die Rede den Kontakt herstellt, erzeugt die Pause das tiefe Bewusstsein für diesen Kontakt“.                         (Aus „Adam Hundesohn“ von Yoram Kaniuk)

Als Tochter eines litauischen Überlebenden des sibirischen Gulags bin ich besonders dankbar um die Möglichkeit einer Begegnung mit Überlebenden des KZ Theresienstadt im Rahmen von 30 Jahre Theatertage am See.  „Lebt Kinder lebt“ lautete der Apell unserer Eltern, insbesondere unseres Vaters. Er schenkte uns Kindern damit eine unbändige Kraft, immer ein Schmunzeln, immer einen Hauch von Melancholie, Lust am Leben und eine Neugier, die mich bis heute im Leben wie in der Kunst in Tiefen und Höhen schürfen lässt. 

So möchte ich mich gerne der Aufgabe stellen, die Arbeit mit der Figur des Bühnenclowns anzuleiten, in welcher die Begegnung mit Überlebenden und Zeitzeugen im Zentrum steht. Clown, seine Liebe zur Welt und zu sich selbst lässt ihn viel riskieren. In dieser tragikomischen Figur leben Lachen und Weinen gleichermaßen. Eine ernsthafte Arbeit, die viel Spaß macht und viel Einsatz verlangt. Das Seminar bietet die Arbeit mit Clownsprinzipien und die Arbeit am eigenen Clown für Mutige die sich den Herausforderungen stellen möchten. Ziel wird sein, das Gehörte und Erlebte aus der Sicht des Clowns zu verarbeiten und zu bearbeiten. Dazu möchte ich verführen und anleiten und herzlich einladen.

Falls es Eure Zeit erlaubt, lest das Buch von Yoram Kanjuk „Adam Hundesohn“, bringt eine rote Nase mit, eine Tüte mit Äpfeln, ein paar Kartoffel, einen Laib Brot, ein Küchenmesser, eine Rolle Toilettenpapier, Wäscheklammern, eine Zeitung und festliche Kleidung  incl. Schuhe.

TERMIN werden bekannt gegeben

 

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